Internationaler Tag des Baumes

Der 25. April ist der internationale Tag des Baumes

Der was? Was auf den ersten Blick ein wenig weit hergeholt und ziemlich langweilig klingt, hat eine spannende Geschichte. Der Tag des Baumes geht auf den US-amerikanischen Politiker und Farmer Julius Sterling Morton zurück, der sich 1872 im waldarmen Nebraska für das Pflanzen von Bäumen stark machte. Morton, der in New York und Michigan aufwuchs, zog 1854 mit den ersten Siedlern ins Nebraska-Territorium, das später Nebraska werden sollte. Geographisch gehörte das Gebiet zu den Great Plains, einer trockenen, baumarmen Prärie-Landschaft, die lange als unbewohnbar galt. Die Dürre und vor allem die Bodenerosion stellten die Bauern vor große Herausforderungen.

Was bedeutet Bodenerosion?

Von Bodenerosion spricht man, wenn der Boden nach und nach abgetragen wird. Im kleinen können wir das beobachten, wenn Regen beim Abfließen den Boden abspült. Auch starker Wind kann die obere Bodenschicht wegpusten. Die Beschaffenheit des Bodens und seine Lage spielen natürlich auch eine Rolle. Leichter, sandiger Boden ist zum Beispiel anfälliger für Erosion durch Wind. Dichter, verkrusteter Boden kann schlechter Wasser aufnehmen und wird leichter durch Regenwasser weggespült. Auch eine Hanglage verstärkt die Abtragung durch Wasser und Wind. Neben den natürlichen Faktoren spielt – wie bei vielem – auch der Mensch eine Rolle. Durch Abholzung der Wälder und intensive Landwirtschaft wird die Bodenerosion massiv verstärkt. An den Standort angepasste Pflanzen, die mit ihren Wurzeln den Boden festhalten, schützen ihn vor Erosion. Außerdem verkleinern sie die Oberfläche des Bodens, die Wind und Wasser ausgesetzt ist. Naturnahe Wälder leisten so einen wichtigen Beitrag zum Schutz vor Bodenerosion.

Bodenerosion durch Wasser
Hier siehst du, wie Regen zu Bodenerosion führen kann.

Aber was hat das mit Morton und den Bäumen zu tun?

Morton erkannte, wie wichtig Bäume als Erosionsschutz im kargen Nebraska waren. Außerdem wurden sie als Brenn- und Baumaterial benötigt. Gleichzeitig bedeuten Bäume aber mehr für ihn. Morton war ein großer Naturliebhaber. Als Herausgeber der lokalen Zeitung und später auch als Minister von Nebraska nutzte Morton seine Position, um zum Pflanzen von Bäumen aufzurufen. Außerdem thematisierte er Aspekte wie Umweltverantwortung und Naturschutz. Der Gedanke, auch für zukünftige Generationen, Bäume zu pflanzen und Natur zu erhalten, motivierte ihn. Zeit seines Lebens setzte er sich für den Erhalt der Wälder ein und unterstützte die Gründung von Naturschutzgebieten.Schließlich initiierte er 1872 den Tag des Baumes. An diesem Tag sollten die Bürger Nebraskas, aber auch Verbände und Organisationen, so viele Bäume wie möglich pflanzen. Angeblich wurden bereits am ersten Tag des Baumes über eine Million Bäume gepflanzt! Damit schuf Morton einen außergewöhnlichen und zukunftsweisenden Feiertag.

Each generation takes the earth as
trustees. We ought to bequeath to
posterity as many forests and orchards as
we have exhausted and consumed.
Julius Sterling Morton


Die Idee des „Arbor Days“ wurde bald von anderen Staaten und Nationen aufgegriffen. Je nach Land wird an unterschiedlichen Tagen dem Wert von Bäumen und Wäldern gedacht. 1951 wurde der Tag schließlich von den Vereinten Nationen beschlossen. In Deutschland wird seit 1952 der Tag des Baumes am 25. April gefeiert und von Baumpflanzaktionen begleitet, um den Menschen den Wert des Baumes und der Wälder näher zu bringen.

Tag des Baumes in Deutschland

In Deutschland setzt sich vor allem die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) für den Tag des Baumes ein. Am ersten deutschen Tag des Baumes ging Bundespräsident Theodor Heuss gemeinsam mit dem Präsidenten der SDW mit gutem Beispiel voran. Die beiden Herren pflanzten offiziell einen Ahornbaum im Bonner Hofgarten. Noch heute macht sich die SDW für die Baumpflanzaktion stark. Mit Erfolg! Nach eigenen Angaben werden in Deutschland an diesem Tag durchschnittlich 70.000 Bäume gepflanzt.


Hast du schon einmal einen Baum gepflanzt? Erzähl mir davon in den Kommentaren.

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